Führungskräftebefragung

: Führungskräftebefragung

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Angaben zum Projekt

Integrität toppt Klimaschutz bei der Arbeitgeberbindung, neue Compliance-Risiken im Homeoffice

Führungsverantwortliche großer Unternehmen erwarten zu 56 %, dass sich Ihr Arbeitgeber stärker als bisher für Integrität, Transparenz und Fairness im Wettbewerb einsetzt. Das belegt die Studie „Compliance und Integrität in der Krise“, die A&B One zusammen mit dem Zentrum für Wirtschaftsethik (ZfW) durchgeführt hat. Ein ethisch einwandfreies Geschäfts gebaren ist für die Arbeitgeberbindung noch wichtiger als ein an Nachhaltigkeit oder Klimaschutz ausgerichteter „Purpose“. Die Entwicklung einer wertebasierten Compliance-Kultur und die Bereitschaft zur individuellen Verantwortungsübernahme werden im Homeoffice essenziell: Geltende Regeln sind dort weniger präsent, ihre Einhaltung kann schlechter kontrolliert werden.

An der Studie zur Bedeutung von Werten, Compliance und Integrität, die wir nun zum zweiten Mal aufgelegt haben, haben 303 Führungskräfte aus Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten teilgenommen. Auf allen Ebenen des Managements hält die Beunruhigung über immer neue Wirtschaftsskandale an. Die Teilnehmenden erklärten mehrheitlich, sie erwarteten von den Unternehmen mehr Einsatz für ökologische, rechtliche und soziale Werte

Integrität bewegt Führungskräfte – mehr noch als Nachhaltigkeit

Über die Bindung an den Arbeitgeber entscheiden natürlich zunächst die Arbeitsbedingungen: Freiräume, Work-Life-Balance, herausragende Produkte und wirtschaftlicher Erfolg. Dass der eigene Arbeitgeber Wert auf ein ethisch einwandfreies Geschäftsgebaren legt und auch in kritischen Situationen integer handelt, bewegt die Beschäftigten mehr als explizit soziale oder ökologische Ziele wie z. B. Umwelt- und Klimaschutz, Diversität oder Menschenrechte. Nachhaltigkeit bleibt also wichtig, darf mit Blick auf die Gewinnung und Bindung von Mitarbeiter*innen aber nicht überschätzt werden.

Führungskräfte sehen Defizite bei Integrität

Viele Unternehmen setzen aus Sicht der Befragten allerdings andere Prioritäten: Der wirtschaftliche Erfolg hat Vorrang, die Arbeitsbedingungen treten dahinter zurück. Defizite sehen die Führungskräfte vor allem in ethischen Konfliktfragen: Nur die Hälfte bescheinigt ihrem jeweiligen Arbeitgeber, dieser lege viel Wert darauf, auch dann integer zu handeln, wenn sich das einmal „nicht rechnet“. 64 % der Führungskräfte sind beunruhigt über Skandale und Missstände in der Wirtschaft, und 53 % glauben, dass Fehlverhalten heute häufiger vorkommt als vor zehn Jahren.

Neue Compliance-Risiken durch Regel-Unsicherheit im Homeoffice

Knapp zwei Drittel der befragten Führungskräfte können im Homeoffice arbeiten, und sie nutzen dies seit Ausbruch der Corona-Krise auch intensiv. Mit den neuen Freiheiten und den veränderten Arbeitsabläufen entstehen Compliance-Risiken. 71 % der Befragten berichten von neuen Unsicherheiten im Umgang mit Regeln, 54 % gehen davon aus, dass diese im häuslichen Umfeld schneller vergessen werden. Besonders beunruhigend: 37 % der Führungskräfte schließen nicht aus, dass es im Homeoffice auch mehr bewusste Regelverstöße geben wird. Gleichzeitig rechnen 61 % damit, dass die Unternehmen schlechter kontrollieren können, ob Richtlinien und Prozessvorgaben eingehalten werden.

Offene Diskussionen und persönlicher Austausch schaffen Awareness

Viele Unternehmen investieren in die Förderung von regelkonformem Verhalten. Bei jeweils zwei Drittel der in die Studie einbezogenen Unternehmen gibt es eine eigene Abteilung für Compliance sowie entsprechende Schulungen. Dennoch sind Regeln und Werte oft zu wenig präsent, so 44 % der Befragten. 39 % stimmen zu, dass die Führungsspitze Werte und Regeln zu wenig vorlebt und 35 % finden, dass zu wenig darüber gesprochen wird, was „integer“ konkret bedeutet. In der Praxis wird noch zu wenig Wert auf persönlichen Austausch, Beratung und Diskussionsangebote gelegt: Diese Maßnahmen sind aus Sicht der Teilnehmenden besonders wirksam, werden aber nicht durchweg eingesetzt. Der offene Dialog erweist sich in unserer Studie als effektiver Hebel für die Förderung von Regelkonformität und individueller Verantwortungsübernahme – auch im Homoffice.

Studiendesign

Die Studie ist ein Kooperationsprojekt von A&B One und Prof. Dr. Stephan Grüninger vom Zentrum für Wirtschaftsethik (ZfW). An der Befragung haben 303 Führungskräfte aller Ebenen teilgenommen. Sie sind in der freien Wirtschaft beschäftigt und für Unternehmen mit mindestens 1.000 Beschäftigten tätig. Die Umfrage fand im November 2020 statt und erlaubt Vergleiche mit unserer Führungskräftebefragung aus dem Jahr 2019. Das Studien-Booklet erhalten Sie hier zum Download.

Integrity Campaigning von A&B One

Mehr über unsere Leistungen in der Compliance-Kommunikation und über unser Konzept „Integrity Campaigning“ erfahren Sie auf unserer Microsite.